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Großstädte in Deutschland - Aachen

Aachen ist eine kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Köln des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und ein Oberzentrum des Landes. Der Name der Stadt leitet sich aus dem Lateinischen Aquis granum her, was Quellen des Granus bedeutet. Granus ist der lateinische Name einer keltischen Gottheit und taucht heute noch bei einer Mineralwassermarke auf. Aachen dürfte sich als Kurstadt Bad Aachen nennen, offiziell wird darauf aber meist verzichtet.

Die Einwohnerzahl der Stadt überschritt um das Jahr 1890 die 100.000-Grenze, wodurch Aachen zur Großstadt wurde.

Geografie von Aachen

Aachen ist die westlichste deutsche Großstadt und zählt zu den Verdichtungsräumen des Landes. Sie liegt direkt an den Grenzen zu Belgien und den Niederlanden etwa 30 km nördlich des Hohen Venns in einer nur nach Nordosten geöffneten Mulde am Fuß des linksrheinischen Schiefergebirges (Eifel), das südlich der Stadt beginnt.

Der höchste Punkt im Stadtgebiet beträgt 410 m über N. N. und liegt im äußersten Südosten der Stadt, der tiefste Punkt beträgt 125 m über N. N. und liegt im Norden der Stadt an der Bundesgrenze. Die Länge der Stadtgrenze beträgt 87,7 km, davon 23,8 km Grenze zu Belgien und 21,8 km Grenze zu den Niederlanden. Die größte Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 21,6, die größte West-Ost-Ausdehnung 17,2 km.

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Aachen. Sie werden im Uhrzeigersinn, beginnend im Nordosten genannt:

Herzogenrath, Würselen, Eschweiler, Stolberg (Rhld.) und Roetgen (alle Kreis Aachen), Raeren und Kelmis (Provinz Lüttich in Belgien) sowie Vaals, Wittem, Simpelveld, Heerlen und Kerkrade (alle Provinz Limburg in den Niederlanden).

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet gliedert sich in 7 Stadtbezirke mit je einer eigenen Bezirksvertretung und einem Bezirksvorsteher sowie einem eigenen Bezirksamt. Die Bezirksvertretung wird von der Bevölkerung des Stadtbezirks bei jeder Kommunalwahl gewählt. Die Stadtbezirke sind für statistische Zwecke teilweise in statistische Bezirke unterteilt. Diese haben eine zweistellige Nummer.

Geschichte

Aachen ist schon lange besiedelt. Nach den Kelten siedelten die Römer an den warmen Quellen. Ein römisches Militärbad ist im 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung belegt. Außerdem wurden fränkische Gräber aus dem 7. Jahrhundert gefunden.

Der fränkische König Pippin der Jüngere baut in Aachen einen Hof. Er sorgt für die erste schriftliche Erwähnung Aachens 765 als Aquis villa. Pippins Sohn Karl, später Karl der Große genannt, erbt das Fränkische Reich und den Aachener Hof, den er zu seiner Residenz wählt und zu einer Kaiserpfalz mit Palast (heute das Rathaus) und Kapelle (später zum Dom erweitert). Kaiser Karl wird 814 in der Kapelle beigesetzt.

Otto I. lässt sich 936 in Aachen zum König krönen. Bis 1531 werden 31 deutsche Könige im Dom zu Aachen gekrönt, letzter ist Ferdinand I.

1165 Friedrich I. Barbarossa lässt Karl den Großen heilig sprechen. Ein Jahr später erhält Aachen Stadtrechte und wird freie Reichsstadt (daher der Adler im Wappen).

1349 wird die Aachener Heiligtumsfahrt begründet, die seitdem alle sieben Jahre Pilger in die Stadt bringt.

1656 brennt fast die ganz Stadt nieder. Im darauf folgenden Wiederaufbau wird der Kurbetrieb durch Möglichkeiten zum Müßiggang (Casino, Ballsäle) erweitert. Aachen wird zum Modebad und beherbergt regelmäßig die europäische Prominenz.

1794 besetzten die Armeen der Französischen Revolution Aachen und vereinten es mit Frankreich. Aachen wurde Verwaltungssitz des den Niederrhein umfassenden Roer-Departements.

1802 wird Aachen erstmals Bischofssitz (Bistum Aachen), das bis 1825 besteht.

1815 wird Aachen nach dem Wiener Kongress in das Königreich Preußen eingegliedert und 1816 zunächst in der Provinz Jülich-Kleve-Berg Sitz einer preußischen Bezirksregierung und eines Landkreises. Die Stadt selbst wird kreisfrei. Ab 1824 gehört die Stadt mit dem gesamten Regierungsbezirk dann zur Rheinprovinz.

1870 wird die Technische Hochschule als "Königlich Rheinisch-Westphälische Polytechnische Schule zu Aachen" gegründet.

1930 wird das 1825 aufgelöste Bistum Aachen wieder errichtet und dem Erzbistum Köln als Suffraganbistum unterstellt.

1944 wird Aachen als erste deutsche Stadt vom Nationalsozialismus befreit, nachdem die Alliierten im Gebiet des Aachenener Stadtwaldes erstmalig den Westwall durchbrachen. Die Stadt ist durch den Krieg stark beschädigt. Die Amerikaner setzen als neuen Bürgermeister Franz Oppenhoff ein, der fast fünf Monate später von einer Spezialeinheit der Nazis als Kollaborateur erschossen wird. Nach ihm wird später die Oppenhoffallee benannt. Aachen ist die erste deutsche Stadt, in der nach dem Krieg wieder eine Tageszeitung erscheint.

1946 wird Aachen dem Land Nordrhein-Westfalen eingegliedert.

Erstmalig wird 1950 der Internationale Karlspreis der Stadt Aachen für besondere Verdienste um Einigung und Frieden in Europa verliehen.

Bei der Gebietsreform 1972 wird das Stadtgebiet Aachens mehr als verdoppelt und der Kreis Aachen erhält seine heutige Ausdehnung. Der Regierungsbezirk Aachen wird jedoch aufgelöst und dem Regierungsbezirk Köln angegliedert.

Unter anderem wegen ihrer großen Bedeutung in früherer Zeit hat Aachen in vielen Sprachen eigene Namen: niederl. Aken, frz. Aix-la-Chapelle, lat. Aquis Granum und davon abgeleitet span. Aquisgrán, ital. Aquisgrana und poln. Akwizgran.

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